
Ein Hammer findet sich sicher in jedem Haushalt und in einer Werkstatt sowieso. Hast du aber gewusst, wie viele unterschiedliche Hammerarten es gibt? Neben Hämmern für Bau- und Holzarbeiten haben sich seit der Benutzung des Faustkeils viele Spezialhämmer für ein variables Betätigungsfeld etabliert. In meinem Ratgeber stellen ich dir wichtige Hammerarten vor und erkläre, was diese auszeichnen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Hämmer gehören zu den grundlegendsten Werkzeugen und sind in zahlreichen Varianten für unterschiedliche Anwendungen erhältlich.
- Die wichtigsten Arten sind Schlosserhammer, Latthammer, Gummihammer, Vorschlaghammer und Fäustel.
- Jede Hammerart hat ihre eigene Kopfform und Funktion, z. B. zum Einschlagen, Ausrichten oder schonenden Bearbeiten.
- Das Gewicht des Hammerkopfs und die Länge des Stiels bestimmen Kraftübertragung und Kontrolle beim Arbeiten.
- Ein ergonomischer Griff mit rutschfester Oberfläche verbessert die Handhabung und sorgt für mehr Sicherheit.
Das können Hämmer und so sind sie aufgebaut
Der Hammer gehört neben dem Meißel und Spaltwerkzeugen zu den Schlagwerkzeugen. Noch ohne Stiel wurde er als Faustkeil vermutlich schon in prähistorischer Zeit verwendet. Damit gehört er zu den ältesten Werkzeugen, die durch Menschen benutzt werden. Ein Hammer ist einfach aufgebaut: Er besteht aus dem Hammerkopf und einem Stiel. Der herkömmliche Hammerkopf wiederum hat an einer Seite eine als Bahn bezeichnete Schlagfläche und an der anderen einen Keil, der Finne, Pinne oder Schmalbahn genannt wird. Von dieser Bauart gibt es Ausnahmen, wie du im nächsten Abschnitt erfahren wirst.
Übersicht über die 21 wichtigsten Arten von Hämmern
Wie Zangen, gibt es Hämmer in den verschiedensten Ausführungen für unterschiedliche Tätigkeiten. Sie kommen in der Werkstatt und auf dem Bau ebenso zum Einsatz wie in der Küche, bei geologischen und archäologischen Ausgrabungen sowie beim Beschlagen von Pferdehufen, beim Besohlen von Schuhen, in der Arztpraxis und bei Auktionen. Es gibt sogar einen speziellen Hammer zum Öffnen von Apfelsinenkisten. Für meine Werkzeugseite habe ich mich jedoch mit den Hämmern beschäftigt, die für handwerkliche Arbeiten benötigt werden und stelle dir diese hier kurz vor.
#1 – Anreibhammer
Der Anreibhammer hat eine breite Schlagfläche und eine circa 90 Millimeter breite Finne, die manchmal abgerundet ist. Er wird beim Verlegen von flexiblen Bodenbelägen wie Spannteppichen, PVC oder Linoleum eingesetzt, wenn diese an der Kontaktstelle zwischen Boden und Wand als Knickkante oder Hohlkehle zum leichteren Reinigen hochgezogen werden sollen.
#2 – Ausbeulhammer
Der Ausbeulhammer macht in der KFZ-Werkstatt genau das, was sein Name sagt: Er wird zum Ausbeulen der Karosserie verwendet und ist auch als Karosseriehammer oder Schrumpfhammer bekannt. Die Schlagfläche eines Ausbeulhammers ist rund und oft auf Gummi gelagert, seine Finne läuft schmal zusammen. Die Ausnahme ist der rückschlagfreie Ausbeulhammer, bei dem beide Seiten des Hammerkopfes eine runde Schlagfläche haben.
#3 – Bleihammer
Bei einem Bleihammer besteht der Hammerkopf aus Blei. Dadurch ist der Kopf schwer und wuchtige Schläge sind möglich. Durch leichtes Verformen des Bleis wirken diese jedoch nicht unmittelbar auf das Werkstück ein, sondern mit leichter Verzögerung. Bleihämmer kommen in der KFZ-Werkstatt zum Einsatz, beispielsweise zum Festschlagen von Felgen. Daneben werden kleine Varianten von Zahnärzten und Chirurgen genutzt.
#4 – Bossierhammer
Der Bossierhammer ist eine Variante des Fäustels, aber mit einem Gewicht von mindestens zwei Kilogramm um einiges schwerer. Bossierhämmer werden durch Steinmetze und Steinbildhauer zum Antreiben von Spitzmeißeln genutzt. In früheren Zeiten wurden sie auch in Steinbrüchen eingesetzt.
#5 – Fäustel
Der Fäustel hat einen Hammerkopf aus Eisen oder Stahl. Mit einem Gewicht von ein bis anderthalb Kilogramm ist er relativ schwer. Er wird von Steinmetzen und Steinbildhauern zum Antreiben von Meißeln verwendet.
#6 – Furnierhammer
Der Furnierhammer ist dem Anreibhammer von der Form her ähnlich, aber leichter und zierlicher. Er wird zum Anpressen von Furnieren benötigt, die oft weniger wertvolle Hölzer belegen und beispielsweise Möbel dadurch veredeln.
#7 – Gennō (Japanischer Hammer)
Neben der Japanischen Säge gibt es auch den Japanischen Hammer – den sogenannten Gennō. Der Kopf des Gennō hat zwei Schlagseiten. Er wird beim Bearbeiten von Holz eingesetzt und zum Beispiel für das Einbringen von Intarsien benötigt. Die Schlagflächen können beim Gennō eckig, rund oder oval sein. Außerdem gibt es ihn in verschiedenen Größen: Tokudai-Gennō (extragroß, Gewicht 940 bis 1.125 Gramm), Ō-Gennō (groß, Gewicht 650 bis 750 Gramm), Chū-Gennō (mittelgroß, Gewicht 400 bis 500 Gramm, Shō- oder Ko-Gennō (klein, Gewicht 250 bis 300 Gramm) und Mame-Gennō (sehr klein, Gewicht 100 bis 150 Gramm).
#8 – Glaserhammer
Bei einem Glaserhammer läuft der Hammerkopf an einer Seite trapezförmig zusammen und ist an der anderen flach. Mit der schmalen Seite können Nägel oder Stifte sehr flach in Holz oder andere Materialien eingeschlagen werden. Der Glaserhammer wird zum Beispiel bei der Herstellung von verglasten Bilderrahmen eingesetzt.
#9 – Gummihammer
Beim Gummihammer besteht der Hammerkopf aus Hartgummi. Dieser Hammer wird beispielsweise zum Festschlagen von Bauteilen verwendet, die durch einen herkömmlichen Hammer beschädigt werden könnten. Er wird zum Beispiel von Möbeltischlern, in der KFZ-Werkstatt oder von Fliesenlegern benötigt. Auch das Einschlagen von Zeltheringen erfolgt häufig mit einem Gummihammer.
#10 – Holzhammer
Der Holzhammer, auch Klopfholz genannt, hat einen Hammerkopf aus Holz. Er wird von Tischlern und Zimmerern meistens zusammen mit einem Stemmeisen verwendet. Der Holzhammer wird sprachlich bemüht, wenn jemand gewaltsam oder mit rabiaten Mitteln versucht, etwas durchzusetzen. Es wird dann von der Holzhammermethode gesprochen. Eine Variante des Holzhammers ist der Schreinerklüpfel.
#11 – Ingenieurhammer
Im Ingenieurslied von Heinrich Seidel aus dem Jahr 1871 heißt es „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer“, auch nicht der gleichnamige Hammer. Es handelt sich hierbei um die englische Form des Schlosserhammers, welcher in den meisten Werkstätten zu finden ist. Der Ingenieurhammer wird beispielsweise zum Nieten per Hand benutzt.
#12 – Klauenhammer
Der Klauenhammer ist eine Variante des Zimmermannshammers, der hauptsächlich von britischen Zimmerern benutzt wird. Der Hammerkopf ist leicht gebogen wie eine Klaue und endet in einer Spitze mit Schlitz. Diese wird zum Beispiel zum Herausziehen von Nägeln benutzt.
#13 – Kugelhammer
Bei einem Kugelhammer laufen beide Seiten des Hammerkopfes in Wölbungen aus. Der Hammer wird zum Beispiel zum künstlerischen Verformen von Blechen verwendet, dem sogenannten Treiben.
#14 – Maurerhammer
Der Maurerhammer sieht dem Zimmermannshammer ähnlich. Der Kopf hat eine flache Bahn und eine sehr spitz zulaufende Finne, die eine Einkerbung hat, mit der beispielsweise Nägel gezogen werden können. Der Maurerhammer wird zum Zurechtschlagen von Bausteinen verwendet.
Kennst du schon den Unterschied zwischen Schlagbohrmaschine und Bohrhammer?
#15 – Schlosserhammer
Der Schlosserhammer ist der universell einsetzbarste Hammer unter den ganzen Hammerarten. Er sollte daher in keinem Werkzeugschrank fehlen. Der Hammerkopf ist in der Regel aus Stahl. Er hat eine flache Bahn und eine keilförmig zusammenlaufende Finne. Du kannst den Schlosserhammer in verschiedenen Größen und Gewichtsklassen für eine Vielzahl von Aufgaben kaufen.
#16 – Schonhammer
Der Schonhammer hat einen Kopf aus Kunststoff und wird daher auch oft Kunststoffhammer genannt. Er wird ähnlich eingesetzt wie der Gummihammer, also wenn es um das Bearbeiten empfindlicher Materialien geht.
#17 – Schreinerhammer
Der Schreiner- oder auch Tischlerhammer hat einen ovalen Stiel aus Holz und einen Hammerkopf aus Stahl mit einer rechteckigen Bahn und einer zusammenlaufenden Finne, die aber leicht abgesetzt ist. Er wird in der Tischler- und Schreinerwerkstatt zum Beispiel zum Einschlagen von Nägeln benutzt.
#18 – Schreinerklüpfel
Der Schreinerklüpfel ist eine Variante des Holzhammers. Er wird auch Klopfholz genannt und zum Eintreiben von Holzbeiteln benutzt.
#19 – Spalthammer
„Die Axt im Haus ersetzt den Zimmermann“ heißt es in einem Sprichwort, aber der Spalthammer kann die Axt ersetzen. Er ist allerdings meistens schwerer als eine Axt und sein Einsatz erfordert daher etwas Kraft. Spalthämmer können um die drei Kilogramm wiegen und bis zu einem Meter lang sein. Der Kopf hat eine flache Bahn, die wie beim Hammer benutzt wird, und eine Finne in Form einer Klinge.
#20 – Vorschlaghammer
Wenn du alte Mauern einreißen oder Pfosten beziehungsweise Pfähle in den Boden rammen möchtest, ist der Vorschlaghammer das richtige Werkzeug dafür. Er hat eine hohe Schlagkraft, wiegt aber auch ziemlich viel. Bis zu fünf Kilogramm können Vorschlaghämmer wiegen. Sie haben einen Hammerkopf mit flacher Bahn und leicht abgerundeter Finne.
#21 – Zimmermannshammer
Wie der Name bereits sagt, wird der Zimmermannshammer durch Zimmermänner auf dem Bau benutzt. Dieser Hammer kann Stiele aus Holz, Kunststoff, Schmiedeeisen oder Stahlrohr haben. Der Hammerkopf ist auf einer Seite flach zum Einschlagen von Nägeln und läuft auf der anderen Seite in einer Spitze mit Schlitz aus. Dadurch ist damit das Ziehen von Nägeln möglich. Der Zimmermannshammer wird auch Latthammer oder Zimmererhammer genannt. In Großbritannien kommt er als Klauenhammer zum Einsatz.
Diese Hämmer brauchst du wirklich
Der beste Hammer für Handwerker und Heimwerker ist vermutlich der Feierabendhammer* wie der M76590 von Brüder Mannesmann, dessen Rückseite als Flaschenöffner dient. In einem typischen bestückten Werkzeugkoffer sollten aber zumindest ein Schlosserhammer und ein Gummihammer vorhanden sein.

Wichtige Punkte beim Kauf von Hämmern
Wie du bereits gelesen hast, gibt es für verschiedene Arbeiten auch viele verschiedene Hämmer (Hammerarten). Das Gelingen von handwerklichen Tätigkeiten hängt zwar auch von deinem Geschick ab, aber mit dem passenden Werkzeug geht diese weit leichter von der Hand. Wichtig ist zudem die Qualität eines Hammers.
Der Hammerkopf und der Stiel müssen fest miteinander verbunden sein. Löst sich der Hammerkopf während der Arbeit, kann es zu Verletzungen oder Beschädigungen der Werkstücke kommen. Ein Stiel aus hochwertigem Holz hält sich meistens angenehmer als einer aus Kunststoff. Kunststoffe können zudem krebserregende Stoffe enthalten, wie die Stiftung Warentest beim Test eines Hammersets im Jahr 2005 bemängelte und daher zumindest die Arbeit mit Schutzhandschuhen empfahl. Stahl für den Hammerkopf ist langlebig, sorgt aber für ein höheres Gewicht.
Wenn möglich, greife zu einem Hammer, der durch den TÜV geprüft wurde oder das GS-Siegel für Geprüfte Sicherheit trägt. Einige Hämmer unterliegen zudem in Deutschland bestimmten Normen, zum Beispiel:
- Schlosserhämmer: DIN 1041
- Vorschlaghämmer und Kreuzschlaghämmer: DIN 1042
- Hämmer aus Stahl: DIN 1193
- Maurerhämmer: DIN 5108
- Schreinerhämmer: DIN 5109
- Gummihämmer: DIN 5128
- Spalthämmer: DIN 5129
- Holzhämmer: DIN 7462
FAQ – Häufige Fragen zu Hammerarten und ihrer Anwendung
Nicht jeder Hammer ist für jede Aufgabe geeignet. In diesem FAQ beantworte ich die häufigsten Fragen rund um Hammerarten, deren Einsatzgebiete und worauf du beim Kauf achten solltest.
1. Welche Hammerart eignet sich für Heimwerker am besten?
Ein klassischer Schlosserhammer ist für viele Heimwerkerarbeiten die beste Wahl. Er eignet sich zum Einschlagen von Nägeln, zum Justieren und für einfache Montagearbeiten. Wer öfter mit Holz arbeitet, kann zusätzlich auf einen Latthammer mit Nagelzieher zurückgreifen.
2. Wofür ist ein Gummihammer gedacht?
Ein Gummihammer wird dort eingesetzt, wo empfindliche Materialien wie Fliesen, Pflastersteine oder Bleche bearbeitet werden müssen. Durch den weichen Kopf lassen sich Teile ausrichten oder festklopfen, ohne sie zu beschädigen.
3. Was ist der Unterschied zwischen Fäustel und Vorschlaghammer?
Ein Fäustel ist ein kurzer, kompakter Hammer mit hohem Gewicht – ideal zum Arbeiten mit Meißeln oder für Abbrucharbeiten auf engem Raum. Ein Vorschlaghammer hat einen langen Stiel und sehr hohen Schwung, wird meist für schwerere Abbruch- oder Erdarbeiten genutzt.
4. Warum spielt das Gewicht beim Hammer eine Rolle?
Je schwerer der Hammerkopf, desto mehr Schlagkraft entsteht – aber auch desto anstrengender wird die Arbeit. Für präzise Arbeiten ist ein leichter Hammer besser, für grobe Abbrucharbeiten darf es mehr Gewicht sein. Das richtige Verhältnis sorgt für Kontrolle und Effizienz.
5. Was macht einen guten Hammergriff aus?
Ein guter Griff ist ergonomisch geformt, rutschfest und gut ausbalanciert. Ob Holz, Kunststoff oder Gummi – wichtig ist, dass der Griff auch bei schweißnassen Händen sicher in der Hand liegt und keine Blasen verursacht.
Abschließender Eindruck – Hammer und Hammerarten im Überblick
Vom einfachen Schlosserhammer bis hin zum massiven Vorschlaghammer: Hammer und Hammerarten erfüllen eine Vielzahl an Aufgaben in Werkstatt, Haus und Garten. Jeder Hammer hat seinen spezifischen Einsatzbereich – und wer das richtige Modell auswählt, arbeitet nicht nur effizienter, sondern auch sicherer.
Hammer und Hammerarten zeigen, wie vielfältig ein scheinbar einfaches Werkzeug sein kann. Ob beim Einschlagen, Ausrichten oder Abreißen – mit dem passenden Hammer gelingen die meisten Arbeiten einfacher, präziser und mit deutlich weniger Kraftaufwand.
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